Donnerstag, 16. August 2012

[Buchrezension] In dreihundert Jahren vielleicht


Der Autor Tilman Röhrig wurde 1945 in Hennweiler im Hunsrück geboren. Seit 1973 arbeitet er als freischaffender Schrifsteller, Film- , Funk- und Fernsehautor. Er wohnt heute in Köln.  Neben vielen anderen Auszeichnungen bekam er u.a. für sein Buch "In dreihundert Jahren vielleicht" 1984 den deutschen Jugendliteraturpreis.

Der Roman spielt im Oktober 1641 in einem Dorf namens Eggebusch. Fünf Tage im Dreißigjährigen Krieg, die Menschen des Dorfes kämpfen tagtäglich ums Überleben, sie gehen ihrem Handwerk nicht mehr nach, Landwirtschaft findet nicht statt, ständig besteht Gefahr, dass Soldatenhorden das Dorf überfallen und plündern. Frieden  ist für die Bewohner von  Eggenbusch ein Begriff aus einer anderen Zeit. Die Hauptpersonen in diesem Buch sind einige Bewohner dieses kleinen Dorfes, speziell zwei Familien mit ihren Kindern. Das erzählte Leben dieser Personen in den 5 Tagen spiegelt die unglaubliche Grausamkeit, Trostlosigkeit und Hoffnungslosigkeit des Krieges wieder. Geburt und Tod gehören zum Alltag, so wie auch der ständige Hunger. Die Geburt eines Kindes während dieser schrecklichen Zeit dient den Dorfbewohnern als Hoffnungsfunke um mit Nichts ein Fest zu veranstalten, welches für wenige Stunden die Schrecken des Krieges verdrängen kann.  Anschließend wird die Dorfgemeinschaft um so brutaler von der Kriegsrealität eingeholt. Im ersten Drittel fragt ein im Sterben liegendes Mädchen seinen Bruder  wann endlich der Frieden kommt. Um seine kleine Schwester zu beruhigen und weil er vielleicht auch selbst daran glauben will, antwortet der Junge: "Bald, bald schon, in dreihundert Jahren vielleicht."


Mein Fazit:
Dieses Buch schildert eindringlich die Grausamkeit und allgegenwärtige Hoffnungslosigkeit des Krieges.
Schonungslos brutal zeigt es die Brutalität eines Krieges auf. Unaussprechliches wird angedeutet, aber durch die Intensität der Erzählung ist auch dieses augenscheinlich.
Dieses Buch berührt und fesselt den Leser und man kann sich den schrecklichen und zermürbenden Geschehnissen nicht entziehen. Es erschüttert in seiner Direktheit. Für mich war es unmöglich, dass Buch aus der Hand zu legen. Ich habe es mit nur einer kleinen Unterbrechung  in eins durchgelesen.
Dieses Buch ist mit Sicherheit nicht nur ein Buch für Jugendliche, sondern ebenso für Erwachsene. Erdrückend ist die Schilderung und Erkenntnis was Menschen anderen Menschen antun können sobald der schmale Grat der Zivilisation verlassen wird. In Anbetracht der Tatsache, dass es an vielen Stellen dieser Welt Kriege gibt, ist es nach wie vor zeitgemäß und zumindest  ich als Leser hatte im Nachhinein das dankbare Gefühl nich diesen furchtbaren Kriegswirren ausgeliefert zu sein, wie zur Zeit tausende von Menschenr auf dieser Welt. Das Buch rüttelt wach und sensibilisiert und ist trotz seiner deprimierenden Aussage uneingeschränkt zum empfehlen.

Tilman Röhrig, In dreihundert Jahren vielleicht


                                          AndreA

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